verfall

Gedicht von Elisabeth Lintschinger

blauschatten und
zitronenlicht
kriechen über den
bahnhofsboden
ich ziehe
die beine an
dränge mich an die wand
ihr kopf auf meiner
schulter
schwarze spitze
streicht über haut
so
alabasterweiß
die einstichstellen
rot – so frisch
klein wie blütenkerne
die blauen flecken
aufgehende blüten
ihr atem
auf meiner haut
ich atme
ihren atem
ich beuge mich vor
sehe mich in ihren
augen
tollkirschenfarbene pupillen
ein blinder spiegel
sie sieht mich an
die welt wirkt wie weichgezeichnet
hinter dem honigblonden
schleier
ich atme
ihren atem

liebe ist
die schönste art
von
verfall

 

 

One thought on “verfall

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.