Schaumkrone

Schaumkrone

 von Sigune Schnabel

Mein Schatten nähert sich dem Meer.
Mit Sand und Tang erfasst es ihn,
und alles treibt in wilden Fluten hin und her.
Allein mein Abbild haftet reglos
und gemalt am Grund.

Das Dunkel bleibt so ruhig
von der Welt,
durch nichts erschüttert
liegt es einfach da.
Die Wellenkämme glätten nicht
sein wirres Haar.

Dann weicht das Wasser
und die Gischt hält still.

Der Kopf zeigt sich auf einmal
silbrig weiß gekrönt,

und plötzlich frage ich mich,
ob das Meer
zusammen mit dem Wind
mich wohl verhöhnt?

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